Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Kosten, Ablauf und Rahmenbedingungen der Beratung.
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In einem kostenlosen Kennenlerngespräch von etwa 20 Minuten können wir uns am Telefon oder per Video kennenlernen. Sie können erzählen, mit welchen Themen Sie eine Beratung suchen und wir schauen gemeinsam, ob meine Arbeitsweise und mein Angebot zu Ihren Wünschen passen und klären erste Fragen.
Beratungen dauern in der Regel 50 Minuten. Wir gestalten den Prozess gemeinsam – in Ihrem Tempo und auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt. In der Regel arbeite ich mit einem systemischen Ansatz und beziehe auch kreative Ausdrucksweisen, Stille und Achtsamkeit sowie körperorientierte Wahrnehmung ein.
Die Beratungen können in Oldenburg (Bürgereschstraße 79), online, per Telefon oder Email sowie nach Absprache auch in Berlin stattfinden. -
Das hängt von Ihrem Anliegen, Ihren Bedürfnissen und der jeweiligen Situation ab. Die systemische Beratung ist grundsätzlich kurzzeitorientiert angelegt. Manche Menschen kommen für einige Gespräche, andere wünschen sich eine Begleitung über mehrere Monate.
Eine Einzelberatung dauert 50 Minuten. Wenn mehrere Personen gemeinsam zur Beratung kommen, beispielsweise Partner*innen, Familienangehörige oder Freund*innen, dauert eine Beratung in der Regel 90 Minuten.
Wie häufig wir uns treffen und über welchen Zeitraum, besprechen wir gemeinsam. Dabei schauen wir immer wieder, ob die Beratung für Sie noch passend und hilfreich ist oder ob sich etwas verändert hat.
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Selbstzahler*innen
Einzelberatung: 80 € / 50 Minuten
Beratung für zwei oder mehr Personen: 120 € / 90 MinutenAlle Preise verstehen sich inklusive 19 % MwSt.
Solidarische Finanzierung
Mir ist wichtig, dass Beratung möglichst zugänglich ist. Wenn die Kosten für Sie eine Hürde darstellen, sprechen Sie mich gerne an. Wir können gemeinsam schauen, ob eine solidarische oder andere passende Lösung möglich ist.
Kostenübernahme
In manchen Fällen können Beratungskosten ganz oder teilweise von anderen Stellen übernommen werden, zum Beispiel über das Jugendamt, das Sozialamt oder im Rahmen der Eingliederungshilfe nach SGB IX. Ob eine Kostenübernahme möglich ist und in welchem Umfang, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Ich berate Sie dazu gerne.
Systemisches Gesundheitscoaching
Ich bin über die Systemische Gesellschaft (SG) als Systemische Berater*in zertifiziert und arbeite für das Systemische Gesundheitscoaching in Kooperation mit der SYSTHEB UG. Bei bestimmten Beschwerden und Diagnosen können gesetzliche Krankenkassen die Kosten für ein Systemisches Gesundheitscoaching übernehmen.
Wenn Sie wissen möchten, ob dieses Angebot für Sie infrage kommt, können Sie mich gerne kontaktieren.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.systheb.de -
Systemische Beratung betrachtet Sie nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Ihren Beziehungen, Rollen und den sozialen Zusammenhängen, in denen Sie leben – etwa in Familie, Partnerschaft, Freundschaft oder Arbeit. Auch gesellschaftliche Bedingungen und andere Lebensumstände können dabei eine Rolle spielen.
Schwierigkeiten und Belastungen werden nicht allein als persönliches Problem verstanden, sondern im Zusammenspiel verschiedener Einflüsse betrachtet. Gemeinsam schauen wir darauf, wie sich Beziehungen, Erfahrungen, innere Prozesse und äußere Bedingungen gegenseitig beeinflussen und wo neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten entstehen können.
Systemische Beratung dient nicht der Diagnose oder Behandlung psychischer Erkrankungen. Im Mittelpunkt stehen Ihr Erleben, Ihre Fragen und Bedürfnisse sowie die Möglichkeit, mehr Klarheit, Selbstverständnis und Gestaltungsspielraum zu gewinnen.
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Nein. Viele Menschen, die sich bei mir melden, erkennen sich in Beschreibungen von Autismus oder anderen Formen der Neurodivergenz wieder, haben aber (noch) keine formale Diagnose – sei es, weil der Diagnoseprozess lange dauert, mit Hürden verbunden ist oder sie sich (noch) nicht dafür entschieden haben.
Auch bei anderen Themen meiner Beratung ist eine Diagnose keine Voraussetzung. Vielleicht erleben Sie psychische Belastungen, beschäftigen sich mit einer möglichen Behinderung oder Neurodivergenz oder haben Erfahrungen mit Diskriminierung oder Gewalt gemacht, ohne dass sich dafür eine eindeutige Diagnose oder Bezeichnung finden lässt. Vielleicht wünschen Sie auch bewusst keine Diagnose oder haben negative Erfahrungen bei der Diagnosestellung gemacht.
Für unsere Zusammenarbeit ist eine Diagnose nicht entscheidend. Ich orientiere mich an Ihrem Erleben und Ihren Bedürfnissen.
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Ja. Ich begleite nicht nur autistische und andere neurodivergente Menschen selbst, sondern auch ihre Partner*innen, Familien und andere Beziehungspersonen – etwa wenn es um gemeinsames Verständnis, Kommunikation oder die Gestaltung von Beziehungen und Alltag in einer neurodivergenten Familie geht.
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Meine Beratungen sind ein inklusives und barrieresensibles Angebot. Ich möchte bestehende Barrieren reduzieren und gemeinsam mit Ihnen einen Rahmen schaffen, der zu Ihren Bedürfnissen passt.
Je nach Bedarf sind unterschiedliche Anpassungen möglich – zum Beispiel ein stufenloser Zugang zum Beratungsraum, Video-, Telefon- oder E-Mail-Beratung, Anpassungen an sensorische Bedürfnisse, unterschiedliche Kommunikationsformen und ein traumasensibles Vorgehen. Auch mein Wissen über die Auswirkungen von Ableismus und anderen Unterdrückungs- und Diskriminierungsverhältnissen fließt in meine Arbeit ein.
Sprechen Sie mich gerne an und sagen Sie mir, was Sie für eine Beratung brauchen. Gemeinsam können wir schauen, was möglich ist.
In Oldenburg finden die persönlichen Beratungen in einem barrierefreien Raum einer Praxisgemeinschaft statt. Beratungen sind außerdem online und nach Absprache in Berlin möglich.
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Beratung und Therapie ergänzen sich, sind aber unterschiedlich ausgerichtet. Therapie – etwa Psychotherapie – ist ein klinisches Angebot zur Behandlung psychischer Erkrankungen. Beratung hingegen braucht keine Diagnose als Voraussetzung. In der Beratung können beispielsweise persönliche oder zwischenmenschliche Fragen, belastende Lebenssituationen, Veränderungswünsche, Identität, Beziehungen, Selbstverständnis oder der Umgang mit Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen im Mittelpunkt stehen. Dabei geht es um Orientierung, Klärung, Entlastung und darum, neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Meine Beratungen sind traumasensibel und können ergänzend zu Therapie stattfinden – oder unabhängig davon, wenn keine Therapie gewünscht oder zugänglich ist.
Sie ersetzt keine Psychotherapie oder andere medizinische Behandlung, wenn eine solche erforderlich ist. -
Was Sie mir im Rahmen der Beratung anvertrauen, behandle ich vertraulich. Ich bin zu Datenschutz und Verschwiegenheit verpflichtet.
Wenn die Kosten einer Beratung über eine andere Stelle übernommen werden, kläre ich mit Ihnen vorher, welche Informationen für die jeweilige Kostenübernahme benötigt werden und welche Daten weitergegeben werden.
Glossar rund um Diskriminierung, Neurodiversität und Trauma.
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Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt menschlicher Gehirne und Nervensysteme – also die Tatsache, dass Menschen unterschiedlich denken, wahrnehmen, fühlen, kommunizieren und ihre Umwelt verarbeiten.
Der Begriff richtet den Blick auch darauf, welche Formen des Wahrnehmens und Verhaltens eine Gesellschaft als normal oder abweichend definiert und welche Folgen diese Einteilungen haben.
Das Konzept der Neurodiversität entstand Ende der 1990er-Jahre im Umfeld autistischer Selbstvertretung und wurde von neurodivergenten Menschen selbst geprägt. Es entstand auch aus dem Bedürfnis, die Perspektive auf neurodivergentes Erleben nicht ausschließlich medizinischen und von außen gesetzten Kategorien zu überlassen. Im Mittelpunkt stehen damit auch Selbstbestimmung, Teilhabe und die Frage, welche Bedingungen Menschen brauchen, um sich entfalten zu können.
Neurodivergent ist ein Begriff, den Menschen für sich selbst verwenden oder der verwendet wird, um Menschen zu beschreiben, deren Wahrnehmungs-, Denk- oder Verarbeitungsweisen von dem abweichen, was in einer Gesellschaft als neurotypisch oder Norm gilt. Dazu können beispielsweise autistische Menschen, Menschen mit ADHS, Dyslexie, Dyspraxie oder Tourette gehören. Welche Formen von Neurodivergenz unter diesen Begriff gefasst werden, wird unterschiedlich verwendet und ist teilweise Gegenstand von Diskussionen.
Neben neurodivergent gibt es weitere Selbstbezeichnungen wie neurodistinkt, neurospicy oder neurominoritär oder neuro-nonnormativ.Die Begriffe sind unterschiedlich verbreitet und werden nicht von allen Menschen gleich verwendet oder bevorzugt. Deshalb ist für mich weniger entscheidend, welches Etikett „richtig“ ist, als welche Bezeichnung sich für einen Menschen stimmig anfühlt und welche Perspektiven und Bedürfnisse dadurch sichtbar werden.
Neurotypisch bezeichnet Menschen, deren Neurotyp weitgehend den gesellschaftlich vorherrschenden Vorstellungen von “typischer” neurokognitiver Entwicklung und Verarbeitung entspricht.Teilweise werden auch die Begriffe neuromajoritär oder neuronormativ verwendet, wenn die gesellschaftliche Mehrheit bzw. Norm und ihre dominante Position im Verhältnis zu neurodivergenten Menschen betont werden.
Die Begriffe machen sichtbar, dass nicht nur die individuelle Wahrnehmung eine Rolle spielt, sondern auch die gesellschaftlichen Vorstellungen davon, was als „normal“ gilt. Wäre neurologische Vielfalt selbstverständlich anerkannt und würden Lebensumgebungen unterschiedliche Wahrnehmungs- und Kommunikationsweisen berücksichtigen, wäre die Unterscheidung zwischen „neurotypisch“ und „neurodivergent“ weniger bedeutsam.
Der Begriff allistisch wird insbesondere in autistischen Communities für nicht-autistische Menschen verwendet.
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Neuroaffirmative Beratung bedeutet, neurodivergente Wahrnehmungs-, Denk-, Verarbeitungs- und Kommunikationsweisen als Teil menschlicher neurologischer Vielfalt anzuerkennen.
Dabei geht es nicht nur um eine wertschätzende Haltung, sondern auch darum, Beratung und ihre Rahmenbedingungen möglichst so zu gestalten, dass unterschiedliche Bedürfnisse und Formen der Wahrnehmung Platz haben. Das kann zum Beispiel bedeuten, Reize zu reduzieren, Abläufe transparent zu machen, unterschiedliche Kommunikationsformen zu ermöglichen, Pausen einzubauen oder gemeinsam nach einer Form der Beratung zu suchen, die sich für die jeweilige Person stimmig und zugänglich anfühlt.
Im Mittelpunkt stehen die Person selbst, ihre Wahrnehmung, Bedürfnisse, Ressourcen und Lebensbedingungen. Es kann darum gehen, sich selbst besser zu verstehen, eigene Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen, passende Umgebungen und Kommunikationsformen zu finden, Beziehungen zu gestalten oder mit den Belastungen umzugehen, die durch Anpassungsdruck, fehlende Zugänglichkeit oder Neurodiskriminierung entstehen.
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Beeinträchtigung bezeichnet zunächst eine körperliche, psychische, kognitive oder andere individuelle Voraussetzung oder Einschränkung– beispielsweise eine chronische Erkrankung, eine psychische Beeinträchtigung, eine Sinnesbeeinträchtigung oder eine neurodivergente Wahrnehmungs- und Verarbeitungsweise.
Behinderung beschreibt, dass Menschen aufgrund einer körperlichen, psychischen, kognitiven oder anderen Beeinträchtigung in ihrer Teilhabe und Selbstbestimmung eingeschränkt und behindert werden. DSie entsteht im Zusammenspiel von Beeinträchtigungen und gesellschaftlichen Bedingungen
Barrieren können räumlich, kommunikativ, institutionell oder sozial sein. Auch Diskriminierung und die Erwartung, sich an bestimmte Vorstellungen von Leistungsfähigkeit, Körperlichkeit oder Selbstständigkeit anzupassen, können Menschen behindern. Eine nicht barrierefreie Umwelt kann beispielsweise dazu führen, dass eine körperliche Beeinträchtigung zur Behinderung wird.
Eine Beeinträchtigung muss also nicht zwangsläufig zu Behinderung führen. Zugleich können Beeinträchtigungen mit eigenen Belastungen und Unterstützungsbedarfen verbunden sein – unabhängig davon, wie barrierefrei die Umwelt gestaltet ist.
Eine behindertensensible und ableismuskritische Perspektive richtet den Blick deshalb nicht nur auf die einzelne Person, sondern auch auf Barrieren, gesellschaftliche Normen und Machtverhältnisse. Sie fragt: Was erschwert Teilhabe? Welche Vorstellungen davon, was „normal“, leistungsfähig oder selbstständig ist, wirken hier? Und was müsste sich verändern, damit Menschen ihre Bedürfnisse und ihr Leben möglichst selbstbestimmt gestalten können?
Dabei bedeutet Selbstbestimmung auch, Menschen mit Behinderungen als Expert*innen für ihr eigenes Leben zu sehen.
Eine solche Perspektive berücksichtigt zudem, dass Behinderung mit anderen gesellschaftlichen Positionierungen und Diskriminierungserfahrungen zusammenwirken kann. Die Erfahrungen eines Menschen lassen sich daher nicht allein aus seiner Behinderung oder Beeinträchtigung verstehen.
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Ableismus bezeichnet die Abwertung, Benachteiligung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund von Behinderung oder angenommenen Fähigkeiten. Er beruht auf gesellschaftlichen Vorstellungen darüber, welche Körper, Wahrnehmungsweisen, Kommunikationsformen und Fähigkeiten als normal, leistungsfähig oder wertvoll gelten.
Ableismus kann offen und unmittelbar auftreten, beispielsweise durch Diskriminierung oder Ausschluss. Er kann aber auch in Strukturen, Regeln und alltäglichen Erwartungen wirksam sein – etwa wenn Arbeitsplätze, Bildungsangebote oder soziale Räume bestimmte körperliche, psychische oder kommunikative Voraussetzungen selbstverständlich voraussetzen.
Ableismus wirkt nicht nur von außen. Gesellschaftliche Vorstellungen können auch beeinflussen, wie wir uns selbst wahrnehmen und bewerten. Scham, das Gefühl, nicht zu genügen, oder der Druck, die eigenen Bedürfnisse möglichst unsichtbar zu machen, können damit verbunden sein.
In meiner Arbeit geht es deshalb nicht nur darum, mit den Folgen von Ableismus umzugehen, sondern auch darum, eigene Bedürfnisse, Grenzen und Handlungsmöglichkeiten wieder stärker in den Blick zu nehmen und passende Räume und Formen von Unterstützung zu finden.
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Intersektionalität beschreibt, dass verschiedene Formen von Diskriminierung und gesellschaftlicher Ungleichheit nicht unabhängig voneinander wirken. Sie können sich überschneiden, gegenseitig beeinflussen und besondere Formen von Benachteiligung hervorbringen.
Eine Person kann beispielsweise gleichzeitig aufgrund von Behinderung, Geschlecht, Herkunft, sozialer Position oder sexueller Orientierung Diskriminierung erfahren. Dabei lassen sich die einzelnen Erfahrungen nicht immer voneinander trennen.
Der Begriff geht auf die Juristin und Wissenschaftlerin Kimberlé Crenshaw zurück. Sie machte sichtbar, dass insbesondere die Erfahrungen Schwarzer Frauen in bestehenden Antidiskriminierungsansätzen häufig nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Eine intersektionale Perspektive hilft dabei, die unterschiedlichen Ebenen des Lebens und die damit verbundenen Machtverhältnisse gemeinsam in den Blick zu nehmen.
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Rape Culture beschreibt gesellschaftliche Strukturen, Normen und Einstellungen, die sexualisierte Gewalt normalisieren oder verharmlosen. Dazu gehören zum Beispiel Täter-Opfer-Umkehr, Victim Blaming oder das Bagatellisieren von Übergriffen in Sprache, Medien und Alltag.
Rape Culture zeigt sich nicht erst bei einer Vergewaltigung. Sie kann sich auch in sexualisierten Kommentaren, Catcalling, unerwünschten Berührungen, Witzen, Darstellungen oder anderen Grenzüberschreitungen zeigen, die als normal, harmlos oder „nicht so schlimm“ behandelt werden.
Auch der Umgang mit Betroffenen ist Teil von Rape Culture: Wenn gefragt wird, warum eine Person sich so verhalten, gekleidet oder entschieden habe, wird die Verantwortung für die Gewalt verschoben. Täter*innen können dadurch entlastet und Erfahrungen von Betroffenen angezweifelt oder bagatellisiert werden.
Rape Culture zeigt sich neben absichtlicher Gewalt auch in alltägliche Vorstellungen, Verhaltensweisen und Strukturen, die dazu beitragen können, sexualisierte Gewalt zu ermöglichen, unsichtbar zu machen oder aufrechtzuerhalten.
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Beratung aus Peer-Perspektive bedeutet, dass die Berater*in ähnliche Lebenssituationen, Zugehörigkeiten und Erfahrungen wie die ratuschenden Personen hat und diese in die Beratungsarbeit mit einbringt.
Ich verbinde in meiner Arbeit persönliche Erfahrung mit fachlichem Wissen und systemischer Beratung. Dabei ist mir wichtig, Unterschiede zwischen Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren und meine eigenen Erfahrungen nicht auf andere zu übertragen.
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Was bedeutet traumasensible Beratung?
Traumasensible Beratung bedeutet, mögliche Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen im Beratungsprozess mitzudenken und einen Rahmen zu schaffen, in dem Sicherheit, Selbstbestimmung und eigene Grenzen möglichst gewahrt werden.
Dabei muss ein traumatisches Erlebnis nicht ausführlich erzählt oder erneut durchlebt werden. Im Mittelpunkt stehen vielmehr das, was Sie heute beschäftigt, Ihre Bedürfnisse und die Frage, was Ihnen im Umgang mit Ihren Erfahrungen helfen kann.
Traumasensibilität bedeutet für mich auch, aufmerksam für mögliche Überforderung zu sein und gemeinsam darauf zu achten, dass Sie möglichst viel Einfluss darauf behalten, was im Beratungsprozess geschieht.
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Trauma bedeutet wörtlich Verletzung. Es beschreibt eine psychische Verletzung oder tiefgreifende Erschütterung, die durch überwältigende oder bedrohliche Erfahrungen entstehen kann. Solche Erfahrungen können die eigene Sicherheit, das Vertrauen in sich selbst oder andere und die Wahrnehmung der Welt nachhaltig beeinflussen.
Traumafolgen können sehr unterschiedlich aussehen. Dazu gehören beispielsweise starke Anspannung und Übererregung, Schlafstörungen, Angst, Schreckhaftigkeit, Flashbacks oder intrusive Erinnerungen ebenso wie Vermeidung, Rückzug, Dissoziation oder emotionale Taubheit. Manche Menschen erleben eher ein Gefühl von innerem Alarm, andere eher Abwesenheit, Erstarrung oder einen eingeschränkten Zugang zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen.
Eine Traumafolgestörung ist eine mögliche, aber nicht zwangsläufige Folge traumatischer Erfahrungen. Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine davon. Auch andere psychische Beschwerden können im Zusammenhang mit traumatischen Erfahrungen entstehen oder durch sie beeinflusst werden.
Nicht jede überwältigende Erfahrung führt zu einer Traumafolgestörung. Menschen verfügen über unterschiedliche Schutz- und Bewältigungsmöglichkeiten, und unterstützende Beziehungen und sichere Lebensbedingungen können eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung spielen. Umgekehrt können sich Traumafolgen auch erst mit zeitlicher Verzögerung zeigen oder durch spätere Belastungen wieder verstärkt werden.
Traumatische Erfahrungen entstehen nicht nur im individuellen Leben. Auch kollektive und historische Traumata können Familien und Gemeinschaften über Generationen hinweg prägen. Dazu gehören beispielsweise Krieg, Verfolgung, Flucht, rassistische Gewalt, Kolonialismus, sexualisierte Gewalt, politische Verfolgung oder andere Formen systematischer Gewalt.
Wenn traumatische Erfahrungen nicht verarbeitet werden konnten oder Menschen über lange Zeit unter Unsicherheit, Gewalt oder Verlust leben mussten, können sich ihre Auswirkungen auch auf nachfolgende Generationen auswirken (intergenerationale Traumata). Dies kann sich beispielsweise in Familienbeziehungen, Erziehungs- und Beziehungsmustern, im Umgang mit Nähe und Vertrauen, in Ängsten oder in einem besonderen Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit zeigen. Auch Schweigen, unausgesprochene Familiengeschichten oder bestimmte Rollen und Erwartungen können Teil einer solchen Weitergabe sein.
In meiner Arbeit berücksichtige ich auch kollektive, intergenerationale und historische Traumata.
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Mit dem Begriff Heilung orientiere mich an der Definition von Prentis Hemphill: „Healing is the process, often lifelong, of restoring and reawakening the capacities for safety, belonging, and dignity on the other side of trauma." – Heilung ist der oft lebenslange Prozess, die Fähigkeit zu Sicherheit, Zugehörigkeit und Würde wiederherzustellen und neu zu erwecken, die sich auf der anderen Seite von Trauma befindet.
Heilung kann für mich bedeuten, wieder mehr mit sich selbst, dem eigenen Körper, den eigenen Bedürfnissen und anderen Menschen in Verbindung zu kommen. Es kann darum gehen, Verletzungen anzuerkennen, neue Erfahrungen zu machen und einen selbstbestimmteren Umgang mit dem eigenen Leben zu entwickeln.
Heilung verstehe ich dabei nicht ausschließlich als individuellen Prozess. Unsere Erfahrungen entstehen auch in Beziehungen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Verbundenheit, Zugehörigkeit, gegenseitige Unterstützung und die Veränderung von Bedingungen, die Menschen belasten oder verletzen, können deshalb ebenfalls Teil von Heilungsprozessen sein.
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Empowerment kann als Selbstermächtigung, Selbstbefähigung oder Gewinnen von Handlungsmacht verstanden werden. Das Empowerment-Konzept entwickelte sich insbesondere in den USA im Zusammenhang mit sozialen Bewegungen und ist eng mit den Bürgerrechtsbewegungen der 1950er- und 1960er-Jahre verbunden, darunter die Schwarzen Bürger*innenrechtsbewegung und die Frauenbewegung.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen, die gesellschaftliche Benachteiligung und Machtungleichheiten erfahren, ihre eigenen Bedürfnisse, Interessen und Handlungsmöglichkeiten stärken und selbstbestimmt vertreten können.Empowerment bedeutet dabei nicht nur individuelle Stärke. Es hat auch eine gemeinschaftliche und gesellschaftliche Dimension: Menschen können Erfahrungen teilen, Wissen weitergeben, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam gegen Diskriminierung, Ausschluss und Gewalt vorgehen.
In meiner Arbeit beziehe ich den Empowerment-Ansatz insbesondere auf Menschen mit Erfahrungen von Ableismus und Menschen, die sexualisierte oder andere Formen von Gewalt erlebt haben. Dabei arbeite ich mit intersektionaler Perspektive.
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Machtkritik bedeutet, Machtverhältnisse und ihre Auswirkungen sichtbar zu machen und kritisch zu hinterfragen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wer über andere Menschen bestimmen kann, sondern auch darum, welche gesellschaftlichen Normen und Strukturen festlegen, was als normal, richtig oder selbstverständlich gilt – und wessen Perspektiven gehört werden.
Macht wirkt auf unterschiedliche Weise: in Beziehungen und Institutionen, in Sprache und Regeln, in Zugängen zu Ressourcen und Teilhabe sowie in Vorstellungen von Körper, Leistungsfähigkeit, Geschlecht oder Verhalten. Menschen können dabei je nach Situation unterschiedliche Machtpositionen einnehmen.
Machtkritisch zu arbeiten bedeutet für mich auch, die eigene professionelle Position und den eigenen Einfluss zu reflektieren. In der Beratung möchte ich deshalb nicht vorgeben, was für einen Menschen richtig oder normal ist, sondern gemeinsam betrachten, wie persönliche Erfahrungen, Beziehungen und gesellschaftliche Bedingungen zusammenwirken – und wo eigene Handlungsmöglichkeiten und Veränderung liegen.